Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Kultur- und Bildungspolitik

22.11.2017 - Artikel

Stand: Oktober 2017

Kulturpolitik

Die drei großen malaysischen Bevölkerungsgruppen der Malaien, Chinesen und Inder sowie verschiedene indigene Völker vor allem in Ostmalaysia sorgen für kulturelle Vielfalt. In Kuala Lumpur trifft man auf eine lebendige Tanz-, Theater-, Musik- und Kunstszene, die oftmals Traditionelles gekonnt mit modernen – auch westlichen – Elementen verbindet. Daneben treten regelmäßig internationale Stars auf.

Allerdings setzt die zunehmende Islamisierung, die viele Bereiche des Alltagslebens erfasst, der Vielfalt Grenzen. So wurden zum Beispiel einzelne traditionelle Tanz- und Musikformen der indigenen Malaysier mit simulierten Trance- bzw. Rauschzuständen, aber auch bestimmte malaiische Kulturpraktiken mit Aufführungsverboten belegt. Für Bücher, Filme und Theaterstücke gelten strenge Zensurvorschriften.

Bildungssystem

Die Regierung misst dem Erziehungssektor hohe Priorität bei. Ca. 26% der Staatsausgaben fließen in das Erziehungswesen. Die Analphabetenrate stagniert bei 4 Prozent, primäre Schulbildung ist flächendeckend gewährleistet (96 Prozent Einschulungsrate). In der Sekundarschule sinkt die Quote jedoch auf ca. 80%. Die staatlichen und zahlreichen privaten Hochschulen des Landes bieten mehr als 900.000 Studenten vor allem in den technischen Studiengängen gute Studienbedingungen. Im 2015 vorgestellten „11. Malaysia-Plan“ spielt der Übergang zu einer stärker von der Industrie beeinflussten und getragenen beruflichen Bildung eine prominente Rolle.

Medien

Sowohl Fernsehen und Radio als auch die Printmedien unterliegen einer strengen staatlichen Zensur beziehungsweise einer durch staatlichen Druck erzeugten Selbstzensur. Die Presse- und Meinungsfreiheit – obwohl in der Verfassung garantiert – wird faktisch durch mehrere Gesetze zum Schutz der nationalen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung eingeschränkt. Die meisten Fernseh- und Radionsender sowie Zeitungen befinden sich im Eigentum von Regierungsparteien oder ihnen eng verbundenen Kreisen. Oppositionelle Printmedien haben es zunehmend schwerer, Werbeanzeigen zu akquirieren. Online-Medien sind hingegen von der Zensur befreit, werden aber immer wieder von der Regierung drangsaliert, wenn zu offen berichtet wird. Dennoch verstärkt sich auch hier der Ruf führender Politiker nach inhaltlicher Regulierung. Bereits praktiziert wird die Verfolgung als staats- bzw. gesellschaftsgefährdend eingestufter Äußerungen in sozialen Netzwerken.

Weitere Informationen