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Beziehungen zu Deutschland

22.11.2017 - Artikel

Stand: Oktober 2017

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Malaysia und Deutschland werden von den intensiven Wirtschaftsbeziehungen getragen. Deutschland betrachtet Malaysia als wichtigen und stabilen Partner in Südostasien und als ein führendes Land in ASEAN sowie gleichzeitig als moderaten Vertreter der islamischen Welt. Malaysias Rolle in den Vereinten Nationen und seine vermittelnde regionale Stabilitätspolitik erkennt Deutschland an.

Mit dem jetzigen Premierminister Najib (seit April 2009 im Amt) traf Bundeskanzlerin Merkel am Rande des Washingtoner Nukleargipfels im April 2010, sowie bei den ASEM-Gipfeln im September 2010 in Brüssel, und im Oktober 2014 in Mailand zusammen. Sie führte zuletzt während seines Deutschlandbesuchs am 27. September 2016 Gespräche mit Premierminister Najib. Der damalige Bundesaußenminister Steinmeier traf den malaysischen Außenminister Anifah zuletzt im Juni 2015 in Berlin.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Malaysia sind seit vielen Jahren sehr eng und bestimmen im Wesentlichen das gute Verhältnis zwischen den beiden Ländern. Im Oktober 2015 konnte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Frau Zypries, bei ihrem Besuch in Kuala Lumpur diese Beziehungen um weitere positive Bausteine ergänzen.

Gemeinsame Gremien und Institutionen sind die Deutsch-Malaysische Industrie- und Handelskammer (seit 1991) und das im selben Jahr gegründete Deutsch-Malaysische Berufsbildungszentrum (German Malaysian Institute).

Die wichtigsten Wirtschaftsabkommen sind das Kapitalschutzabkommen (1960), das Luftverkehrsabkommen (1968), das Doppelbesteuerungsabkommen von 2010 sowie auf regionaler Ebene das ASEAN-EG-Kooperationsabkommen (1980). Im Jahr 2010 haben die EU und Malaysia Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen.

Malaysia steht als Handelspartner für Deutschland seit vielen Jahren mit Singapur an der Spitze der ASEAN-Staaten. Das bilaterale Handelsvolumen betrug 2016 12,3 Milliarden Euro.

Deutsche Einfuhrgüter sind insbesondere: Elektronische/elektrotechnische Erzeugnisse, Maschinen, Apparate und mechanisch Geräte, pflanzliche Öle und Fette, Kautschukprodukte sowie chemische Erzeugnisse. Wichtigste deutsche Ausfuhrgüter: Elektronische/elektrotechnische Erzeugnisse, Maschinen, Kraftfahrzeuge, optische und pharmazeutische Erzeugnisse.

Malaysia ist Ziel ausländischer Direktinvestitionen, die von den günstigen Rahmenbedingungen angezogen werden, zugleich aber auch für einen wirtschaftlich stimulierenden Technologietransfer sorgen. Dies gilt in besonderem Maße für die deutsche Industrie. Insgesamt sind über 350 deutsche Unternehmen direkt in Malaysia vertreten, viele betreiben Produktionsstätten und exportieren die hier hergestellten Waren weltweit. Malaysia wird von deutschen Firmen auch zunehmend als regionale Drehscheibe für Südostasien und darüber hinaus genutzt.

Entwicklungszusammenarbeit

Dank der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Landes hat die Bundesregierung die Entwicklungszusammenarbeit im engeren Sinne mit Malaysia mittlerweile eingestellt. Die letzten Zusagen im Bereich der technischen Zusammenarbeit erfolgten 1999. Wichtige Projekte der technischen Zusammenarbeit wurden in den Bereichen duale Berufsausbildung, Schutz des Tropenwaldes sowie zur Förderung der Luftreinhaltung erfolgreich abgeschlossen.

Malaysia b.eibt aber ein wichtiger Partner Deutschlands bei regionalen und trilateralen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, z.B. beim Aufbau effizienter Institutionen innerhalb der ASEAN.

Kulturelle Zusammenarbeit

Schwerpunkte der kulturellen Zusammenarbeit sind der Bildungsbereich und die Spracharbeit. Am Goethe-Institut Malaysia sind knapp 650 Sprachschüler eingeschrieben; auch die deutsch-malaysische Gesellschaft in Penang bietet Sprachunterricht an. Zudem wird an 50 malaysischen Sekundarschulen Deutsch gelehrt. An zwei staatlichen Universitäten gibt es Bachelor-Studiengänge für Deutsch als Fremdsprache. Neben einem Lektor des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sind in Malaysia zahlreiche Dozenten für Deutsch als Fremdsprache an verschiedenen Universitäten und Colleges im Einsatz.

Die Zusammenarbeit im Hochschulbereich basiert auf über 90 Kooperationsverträgen zwischen deutschen und malaysischen (Fach-) Hochschulen. Knapp 1.000 junge Malaysier – vielfach mit einem malaysischen Regierungsstipendium ausgestattet – studieren an deutschen Hochschulen. Bevorzugt werden technische Studiengänge. Außerdem gibt es immer mehr „Double Degree“-Programme, die Abschlüsse sowohl in Deutschland als auch in Malaysia vermitteln. Dadurch steigt auch die Zahl deutscher Gaststudenten in Malaysia.

Die Zusammenarbeit bei der beruflichen Bildung gewinnt weiter an Bedeutung. Im grundlegenden Strategiekonzept „11. Malaysia-Plan“ der malaysischen Regierung wird der deutsche Meister ausdrücklich als Vorbild für einen „Malaysian Meister“ genannt. Das im Sommer 2014 unter Federführung der bilateralen Handelskammer erstmals für zwei Berufe umgesetzte deutsche Modell der dualen Ausbildung bezieht eine Reihe bedeutender deutscher Unternehmen ein und wurde inzwischen weiter ausgebaut. Partner dieses Pilotprojekts sind das 1991 mit maßgeblicher Unterstützung der damaligen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, jetzt GIZ) gegründete German-Malaysian Institute (GMI) und das Penang Skills Development Center. Das GMI bietet berufsbildende praktische und theoretische Lehrgänge unter einem Dach für derzeit knapp 3.000 Absolventen.

Die seit 2008 als Ganztagseinrichtung (mit Kindergarten) betriebene Deutsche Schule Kuala Lumpur nimmt seit 2009 auch die Deutsche Internationale Abiturprüfung ab. Sie erhielt 2015 erneut die Auszeichnung als exzellente deutsche Auslandsschule.

Einige der deutschen politischen Stiftungen fördern soziokulturelle sowie bildungs- und medienorientierte Projekte in Malaysia. Die Konrad-Adenauer-Stiftung unterhält ein eigenes Büro in Kuala Lumpur.

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